Du niest im Juni und Juli und dachtest, es liegt an Gräsern? In vielen deutschen und mitteleuropäischen Städten blüht zur selben Zeit ein sich schnell ausbreitender Baum: der Götterbaum. Unser Test prüft IgE gegen Götterbaum-Pollen als Teil von 300 Allergenen und Allergenkomponenten, neben Gräsern und den Pan-Allergenen, die das Bild verwischen können.
Der Götterbaum (Ailanthus altissima) stammt aus China und wurde ab dem 18. Jahrhundert als Zierbaum in Europa gepflanzt. Er wächst sehr schnell, verträgt Hitze, Trockenheit und Luftverschmutzung und breitet sich heute von selbst in Städten und entlang von Verkehrswegen aus. Die EU führt ihn als invasive Art.
Seine großen Blütenstände in Gelbgrün öffnen sich im Frühsommer und riechen unangenehm. Daher stammt der Name Stinkesche. Der Pollen wird teils von Insekten und teils vom Wind verbreitet, deshalb bleibt der größte Teil in der Nähe des Baums.
In Deutschland spielt er eine größere Rolle, als die meisten denken. Eine Studie in Leipzig fand den Baum weit verbreitet, erfasste seine Pollen von Anfang Juni bis Mitte Juli und fand IgE dagegen bei 42 % der Patientinnen und Patienten, deren Allergiebeschwerden zwischen Mai und Juli aufflammten. Bei mehr als der Hälfte von ihnen ließ sich das Ergebnis nicht durch kreuzreagierende Pan-Allergene erklären.
In den Niederlanden wächst er in einigen Städten, aber weniger häufig. In Irland und Finnland ist er selten, daher spielt er vor allem bei Sommerreisen nach Mittel- und Südeuropa eine Rolle. Auch spanische Allergologen haben ihn als lokales Allergen beschrieben, das man im Blick behalten sollte.
Das berichtete Muster ist Heuschnupfen im Frühsommer: Niesen, eine laufende Nase und juckende Augen, bei Menschen mit Asthma manchmal auch Husten oder Pfeifen beim Atmen. Da der Baum mitten in der Gräsersaison blüht, schiebt man die Beschwerden leicht allein auf Gräser.
Davon getrennt können der Saft und die Blätter die Haut von Menschen reizen, die den Baum schneiden oder anfassen. Das ist eine Kontaktreizung, kein IgE, und dieser Test misst sie nicht.
Aus einer Probe per Fingerstich misst das Labor IgE gegen einen Gesamtextrakt aus Götterbaum-Pollen als Teil von 300 Allergenen und Allergenkomponenten. Komponenten des Wiesenlieschgrases, Birke und Platane stehen im selben Befund. Dazu kommen Profilin (Phl p 12) und Polcalcin (Phl p 7), zwei Pan-Allergene, die viele Pollenextrakte gleichzeitig anschlagen lassen können. So kann eine Ärztin oder ein Arzt besser einschätzen, ob ein positives Ergebnis spezifisch für Ailanthus ist.
Ein positives Ergebnis bedeutet, dass dein Blut IgE gegen Götterbaum-Pollen zeigt. Das ist eine Sensibilisierung, keine Diagnose. Jeder Wert erhält eine Klasse von Negativ bis Sehr hoch, die du mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen kannst.
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Eine Probe per Fingerstich prüft IgE gegen 300 Allergene und Allergenkomponenten, von Birke und Erdnuss bis Katze und Hausstaubmilbe. Schick sie ans Labor. Etwa 5 Tage nach Eingang erhältst du für jedes einen Wert. Unsere verständliche Anleitung zeigt dir, wie du sie liest. Insgesamt 399 €, das sind 1,33 € pro Allergen.
In Mitteleuropa blüht der Götterbaum von Anfang Juni bis Mitte Juli, mit einem Höhepunkt um Mitte Juni. Pollenaufzeichnungen aus Wien, die bis in die 1970er-Jahre zurückreichen, zeigen, dass sich die Saison mit wärmeren Sommern verändert.
Ja, eine Sensibilisierung gegen seinen Pollen ist möglich. In einer Studie aus Leipzig hatten 42 % der Patientinnen und Patienten mit Allergiebeschwerden zwischen Mai und Juli IgE gegen Götterbaum. Ob dadurch Beschwerden entstehen, ist eine klinische Frage, die eine Ärztin oder ein Arzt anhand deiner Ergebnisse und deiner Vorgeschichte gemeinsam beurteilt.
Gräser sind im Juni der übliche Verdächtige, aber nicht der einzige. Götterbaum, Linde, Wegerich und Schimmelpilzsporen wie Alternaria sind in dieser Zeit ebenfalls in der Luft. Ein breites Panel zeigt, gegen welche davon dein Blut tatsächlich IgE hat.