Nesselausschlag oder ein geschwollenes Gesicht nach Sushi oder Matjes, aber dein Fischallergie-Test war negativ? Dann liegt es vielleicht gar nicht am Fisch. Anisakis ist ein kleiner Wurm, der in vielen Seefischen lebt. Seine Proteine können IgE-Reaktionen auslösen. Unser Test misst IgE gegen zwei Anisakis-Proteine, als Teil von 300 Allergenen und Allergenkomponenten, direkt neben Dorsch, Hering, Lachs und Schalentieren.
Anisakis simplex ist ein parasitischer Wurm von wenigen Zentimetern Länge. Seine Larven leben im Darm und in der Muskulatur vieler Seefische und Tintenfische. Er kommt häufig in Fischen aus der Nordsee und dem Atlantik vor. Einfrieren und ordentliches Garen töten die Larven ab. Deshalb muss roher Hering zum Beispiel in den Niederlanden vor dem Verkauf eingefroren werden.
Wird der Wurm abgetötet, verschwinden seine Proteine nicht. Einige davon, etwa Ani s 1, sind hitze- und gefrierstabil. Eine sensibilisierte Person kann deshalb auch auf Fisch reagieren, der mit Blick auf eine Infektion völlig unbedenklich war.
Betroffene beschreiben unter anderem Nesselausschlag, Juckreiz, Schwellungen an Lippen oder Gesicht, Bauchschmerzen, Erbrechen und in manchen Fällen pfeifende Atmung oder einen Blutdruckabfall. Die Beschwerden beginnen oft innerhalb weniger Stunden nach einer Fischmahlzeit. Auch der Verzehr lebender Larven in rohem Fisch kann plötzliche, starke Bauchschmerzen verursachen, mit oder ohne allergische Symptome.
Schwellungen an Lippen, Zunge oder Rachen, Atemnot oder Schwindel nach dem Essen sind ein Notfall. Ruf die 112 (EU) oder die örtliche Notrufnummer an. Warte nicht auf einen Test.
Eine klassische Fischallergie beruht meist auf IgE gegen Parvalbumin, ein Muskelprotein des Fisches selbst. Ist dieser Wert negativ und du hast trotzdem auf Fisch reagiert, ist Anisakis eine der Erklärungen, die in der Forschung betrachtet werden. Der Fisch war dann der Träger, nicht der Auslöser.
Das Muster ist wichtig. IgE gegen Ani s 1 weist auf Anisakis selbst hin. IgE gegen Ani s 3 allein ist schwieriger einzuordnen: Es ist ein Tropomyosin, sehr ähnlich den Tropomyosinen in Garnelen, Hausstaubmilben und Kakerlaken. Oft spiegelt es daher eine Sensibilisierung gegen diese Quellen wider. Das Gesamtbild kann nur ärztliches Fachpersonal einordnen.
Das Labor misst IgE gegen zwei einzelne Proteine von Anisakis simplex, als Teil von 300 Allergenen und Allergenkomponenten. Fisch (Dorsch, Hering, Lachs und andere), Schalentiere und Hausstaubmilbe sind im selben Panel enthalten. So siehst du den Fisch, den Parasiten und die kreuzreagierenden Quellen nebeneinander. Jeder Wert erhält im Laborbefund eine Klasse von „Negativ“ bis „Sehr hoch“.
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Eine Probe per Fingerstich prüft IgE gegen 300 Allergene und Allergenkomponenten, von Birke und Erdnuss bis Katze und Hausstaubmilbe. Schick sie ans Labor. Etwa 5 Tage nach Eingang erhältst du für jedes einen Wert. Unsere verständliche Anleitung zeigt dir, wie du sie liest. Insgesamt 399 €, das sind 1,33 € pro Allergen.
Ja. Ein bekannter Grund ist Anisakis, ein Wurm in vielen Seefischen. Seine Proteine können IgE-Reaktionen auslösen, auch wenn IgE gegen den Fisch selbst negativ ist. Ein Test, der sowohl den Fisch als auch Anisakis abdeckt, zeigt, welches von beiden dein Blut erkennt.
Einfrieren und gründliches Garen töten die Larven ab und verhindern so eine Infektion. Einige Anisakis-Proteine überstehen aber Hitze und Einfrieren, sodass sensibilisierte Personen trotzdem reagieren können. Wenn du schon einmal reagiert hast, frag eine Ärztin, einen Arzt oder eine Allergologin, was für dich gilt.
Ja. Anisakis-Larven sind in Hering, Makrele, Dorsch und anderen wild gefangenen Seefischen aus der Nordsee und dem Atlantik weit verbreitet. Deshalb wird roher Hering in den Niederlanden vor dem Verkauf eingefroren.
Ani s 3 ist ein Tropomyosin, sehr ähnlich dem Tropomyosin in Garnelen, Milben und Kakerlaken. IgE allein dagegen spiegelt oft eine dieser Quellen wider. Zeig das gesamte Befundmuster einer Ärztin oder einem Arzt, statt einen einzelnen Marker für sich allein zu lesen.